Der Gedanke

Vergangenheit

Campus der Demokratie
Das Ministerium für Staatssicherheit bekam seinen Auftrag aus dem Arbeiteraufstand des 17. Juni 1953 und wurde sukzessive immer weiter vergrößert. Aus Angst vor dem eigenen Volk entwickelte die DDR-Staatsmacht einen Repressionsapparat aller erster Güte. Das Wirken der
Mit dem Voranschreiten der Friedlichen Revolution 1989 nahm auch das Selbstbewusstsein der mutigen Demonstranten in der DDR zu. Bereits am 15. Januar 1990 besetzten Demonstranten Gebäudezüge der Stasi-Zentrale an der Normannenstraße.
Seither ist der Ort stetig im Umbruch. Nachdem die DDR durch den Eintritt der neuen Bundesländer in die Bundesrepublik Deutschland nicht existiert wurde auch das Ministerium für Staatssicherheit aufgelöst. Die Aufarbeitung des jahrzehntelangen Unrechts und der Unterdrückung wird seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 durch eine eigene Behörde geleitet: Am 3. Oktober 1990 bereits wurde der heutige Bundespräsident Joachim Gauck zum „Sonderbeauftragten der Bundesregierung für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes“ berufen. Anfänglich arbeiteten 52 Mitarbeiter mit dem Behördenleiter an der Bewältigung des kilometerlangen Aktenberges. Ende 2012, inzwischen ist Roland Jahn Leiter der Behörde, als „Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR“, arbeiteten nun etwa 1.500 Mitarbeiter an den Akten, unter anderem auch am Standort in der Normannenstraße.
Am 7. November 1990 übernahm der ASTAK e.V. (Antistalinistische Aktion) die Trägerschaft des seither als Platzhirsch fungierenden Stasimuseums Lichtenberg im ehemaligen Haus 1 des Ministeriums, dem Sitz des Ministers Erich Mielke.
Neben der Ansiedelung von kleinen Gewerben, wie einem Ärztehaus und kleinen Geschäften nutzte die Deutsche Bahn Ihre Chance und kaufte große Teile des Häuserbestandes. Seit Anfang der 2000 er Jahre hat die Bahn den Bestand jedoch für wenig Geld wieder verkauft, da die Lage zum damaligen Zeitpunkt nicht zentral genug gelegen war.
Seitdem steht am Standort an der Normannenstraße der Großteil leer, allein 1/5 des Berliner Gewerbeleerstandes wird zwischen der Normannenstraße und der Frankfurter Allee vermutet. Im Jahr 2012 nutzte der neue Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen die Gelegenheit den Vorschlag zu machen, das Gelände wieder zu beleben und einen „Campus der Demokratie“ zu etablieren.

Gegenwart

Der Förderkreis Campus der Demokratie e.V. hat sich zum Ziel gemacht, einen Campus der Demokratie zu verwirklichen. Unter dem Arbeitstitel verstehen wir die Absicht, auf dem Gelände des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR einen Ort des Lernens, des Verweilens und der Freiheit zu etablieren.
Die Umgestaltung dieses Ortes setzt ein Umdenken seitens der Bevölkerung voraus. Dieser authentische Ort, von dem aus der Repressionsapparat einer Diktatur bis ins Jahr 1990 gesteuert wurde, soll zukünftig positiv genutzt werden. Der Campus der Demokratie verfolgt das Ziel, aus einer Institution, die jahrzehntelang Millionen von Menschen Unterdrückt hat, einen Ort der Freiheit, Demokratie und Bemächtigung des Volkes zu schaffen.
Diese Idee ist nicht unumstritten. Wir treten für einen breiten Diskussions- und Vermittlungsprozess ein, bei dem nicht nur politische und wirtschaftliche Einrichtungen, sondern in erster Linie die Gesellschaft animiert wird, über Demokratie und Freiheit zu lernen und nachzudenken. Unser Ziel ist es folglich, einen Ort, der in den Köpfen der Menschen negativ besetzt ist, fortan mit positiven Entwicklungen in Verbindung zu bringen.
Der Förderkreis Campus der Demokratie e.V. sieht sich im Entwicklungsprozess des Projektes als Förderer und gleichzeitig in vermittelnder Tätigkeit als Mediator verschiedener Interessen am Standort. Vorrangiges Ziel ist die vorurteils- und ideologiefreie Diskussion über die Zukunft des historischen Ortes. Eine Zusammenarbeit und ein gemeinsames Auftreten mit Organisationen, die Ziele verfolgen, die den Maßgaben unseres Grundgesetzes entgegenstehen lehnen wir kategorisch ab. Unser Ziel ist die Implementierung eines demokratischen Lernortes. Folglich ist auch der Kommunikationsprozess nach demokratischen Leitlinien zu gestalten. Bei der Erschließung der historischen Materie orientieren wir uns am Übernahmeprozess des Geländekomplexes durch DDR-Bürger ab Januar 1990. Dieser Grundsatz verpflichtet zu einer größtmöglichen Einbindung der Öffentlichkeit in den Entwicklungsprozess. Die Überwindung des überholten Staats- und Unterdrückungsapparates durch das Volk soll symbolisch nachvollzogen werden.
Maßgeblich für das Werden eines „Ortes des Verweilens“, wie es der Ideengeber Roland Jahn beschreibt, ist eine menschenfreundliche Umgebung. Dieser gehören neben einer grünenden Umwelt auch ein maßvolles Unterhaltungsangebot an. Der Förderkreis Campus der Demokratie e.V. will daran mitwirken neben dem Erhalt der historischen Substanz eben auch moderne, entlastende Elemente in die Planung aufzunehmen. Dies beschreibt neben dem Gegensatz von Natur und städtischer Bebauung auch den Antagonismus von Vergangenheit und Moderne – hier besonders auch den Unterschied zwischen Repression und Freiheit.